Zuletzt aktualisiert am 4. August 2026

China Reiseführer

In China werden viele internationale Apps wie Google, WhatsApp, Instagram und Facebook durch die so genannte Große Firewall blockiert. Urlauber und Geschäftsreisende, die in Kontakt bleiben wollen, müssen sich also etwas einfallen lassen. Derzeit gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, mit denen sich die Einschränkungen umgehen lassen. Hier sind die besten Tipps, vom VPN über die eSIM bis hin zur Hongkong-Karte.

KI Bild mit internationalen Apps auf einem Telefon und der symbolischen Firewall von China
Wie man Zugang zu westlichen Apps in China bekommt - Meta AI

Klassische Lösung: China-SIM + VPN

Die ganz klassische, wenn auch etwas teure Lösung ist es, sich eine chinesische Touristen-SIM bei der Einreise zu holen und diese dann mit einem VPN zu nutzen. An den meisten Flughäfen sind diese Karten mittlerweile verfügbar. Dazu muss man ein paar Angaben machen. Das Visum und der Pass werden ohne großes Zögern fotografiert, man bezahlt ca. 50-60 USD und kann den gesamten Monat surfen.

Das Problem daran: Man hat jetzt eine chinesische Festlandnummer und bekommt nur Zugriff auf das chinesische Internet. Verfügbar sind dann immerhin so praktische Apps wie WeChat, Alipay, DiDi, Trip.com, die chinesische Staatsbahn und Meituan. WhatsApp, Facebook, Instagram & Co. kann man dagegen ebenso wenig nutzen wie Wikipedia und Google.

Wer die internationalen Apps braucht, muss sich also einen VPN kaufen. Chinas Firewall ist mittlerweile so gut, dass nur einige wenige Programme funktionieren, bei denen der chinesische Staat ein Auge zudrückt oder sie unter Kontrolle hält. Gleichzeitig lässt er Touristen die Möglichkeit, ihre üblichen Kontakte zu pflegen, und macht China als Reiseland attraktiv.

An und für sich haben wir auf unseren China-Reisen nur 2 funktionale VPNs gefunden: Astril und LetsVPN.

Astrill VPN

Astrill ist prinzipiell etwas teurer, gilt aber offiziell als die Premiumlösung. Wer für einen Monat bezahlt, muss 30 USD aufwenden. Das kommt dann also nochmals zu den 50 USD für die SIM-Karte hinzu. Da wir zu zweit waren, konnten wir uns aber in die Kosten hineinteilen. Günstiger sind Langzeit-Abos.

Webseite von Astrill VPN
Webseite von Astrill VPN

Bei einem Jahr kommt man beim China-VPN auf 15 USD im Monat, bei zwei Jahren auf 12,50 USD. Blöd eben nur, dass das einfache Touristenvisum nicht einmal so lange gilt (Visa-Runs und die Nutzung in anderen Ländern sind aber möglich).

Übersicht zu den Preisen bei Astrill
Preise bei Astrill

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LetsVPN

LetsVPN ist die Budget-Lösung, die nicht immer zu 100 % funktioniert, meist aber stabil läuft. Die Preise für den Service sind wesentlich günstiger. Einen Monat im Standard-Modus bekommt man schon ab etwa 5,39 USD. Wobei, so ganz pauschal lässt sich das nicht sagen. Klickt man auf die Option und geht dann zum Bezahlen, fallen die Kosten bisweilen höher aus.

Webseite von LetsVPN
Webpräsentation bei LetsVPN

Etwas unklar ist allerdings, wer hinter LetsVPN steckt. Wer sich etwas mehr um seine Privatsphäre sorgt, sollte sich also vielleicht eher an einen geprüften internationalen VPN-Anbieter in Kombination mit einer Roaming-SIM halten.

Probleme mit chinesischen SIM-Karten

Abgesehen von der Notwendigkeit eines VPNs kann es bei chinesischen SIM-Karten etwas häufiger zu Ausfällen kommen. Wir haben mehrfach im Regierungsviertel in Peking und rund um den Potala-Palast in Lhasa gemerkt, dass die chinesische SIM trotz 5G-Empfang plötzlich nicht mehr funktionierte, die ausländische aber doch.

Chinesische SIM + VPN zusammengefasst:

  • Ca. 50-60 USD pro Monat und limitiert (vergleichsweise teuer)
  • Umfassende Datenangabe
  • Definitiv überwacht
  • VPN notwendig (Astrill oder LetsVPN) und somit Zusatzkosten
  • Manchmal Ausfälle in bestimmten Bereichen

eSIM

Mit modernen Telefonen sind roamingbasierte eSIMs für China eine ziemlich einfache Lösung. Man kauft sie online, lädt sie sich herunter und hat dann ohne VPN Zugriff. Da der Datenverkehr über ausländische Server umgeleitet wird, können WhatsApp, Google & Co. ohne Probleme genutzt werden. Sobald man dann z. B. in China auf WLAN umschaltet, wird wieder alles sofort geblockt.

Trotzdem ist es zur Datensicherheit sinnvoll, sich einen VPN zu besorgen. Vorteilhaft ist, dass auch internationale Anbieter funktionieren und somit bewährten Schutz bzw. erweiterte Möglichkeiten bieten. In der Vergangenheit habe ich vor allem NordVPN, ExpressVPN und Surfshark verwendet.

Hier geht es zu den Angeboten von NordVPN (Anzeige), einem meiner bevorzugten VPNs auf Reisen.

Bei den eSIMs für China ist Airalo sicherlich die bekannteste Marke. Wir nutzten den Anbieter auch bei unserer letzten Reise und hatten damit bis auf übliche Funklöcher in den Zügen kaum Probleme.

Webseite von Airalo eSims
Webseite von Airalo

Der Nachteil ist, dass es auf Dauer schon etwas teuer wird. Wenn man wirklich nur kurz im Land ist und mit Leuten in Kontakt bleiben will, reichen die 3 Tage mit 1 GB für 4 Euro vielleicht noch aus. Für längere Aufenthalte, Social Media und Arbeit braucht man aber unbedingt mehr. Ein akzeptabler Monatsdeal waren hier die 20 GB für 37 Euro. Unbegrenzt gibt es dann für 62 Euro. Da wir neben China noch einige Nachbarländer wie Pakistan und Taiwan bereisten, entschieden wir uns jedoch für eine grenzübergreifende Asien-eSIM von Airalo.

Übersicht zu den Preisen bei Airalo für China
Preise bei Airalo für China eSIMs

Unterm Strich muss man sagen, ist Airalo immer noch günstiger, als sich die China-SIM mit VPN zu besorgen. Wenn das Telefon kompatibel ist, kann das also fast als beste Lösung gelten. Wichtig ist allerdings, dass man die Einrichtung bereits vor der Ankunft vornimmt, damit vor Ort dann alles reibungslos funktioniert.

eSIMs für China zusammengefasst:

  • Kein VPN notwendig
  • ab 4 Euro je 3 Tage für 1 GB
  • Monatsraten um die 37 Euro für 20 GB
  • Unbegrenzt etwa 62 Euro
  • Sollte vorab eingerichtet werden
  • Gut kombinierbar mit internationalen VPNs

Roaming-SIM aus Hongkong und Macao

Meine persönliche Lieblingslösung ist es eigentlich, sich eine physische SIM-Karte in Hongkong oder Macao zu besorgen – vorausgesetzt, man reist über diese Länder und Gebiete ein. Bei einem Trip holten wir uns die Macao-SIM für 50 USD, beim zweiten Mal eine aus Hongkong für knapp 30 USD. Dafür gab es dann 40 GB zur Nutzung – 365 Tage lang, mit Roaming.

Beim Kauf muss man aber unbedingt aufpassen. In der Regel teilt sich das Datenvolumen in Inland und Ausland auf. Bei einer SIM waren z. B. 25 GB nur für Hongkong verfügbar und lediglich 15 GB fürs Roaming in China, Macao und Taiwan. Das hätte sich dann bei einem einmonatigen Aufenthalt in der Volksrepublik gegenüber einer Woche Hongkong kaum gelohnt.

SIM Karten in Hongkong ohne VPN für China
Angebot an Roaming SIM-Karten für China in Hongkong - Markus Müller

Am Ende fanden wir eine gute Lösung, die uns sogar noch später bei einer Woche in Taiwan weiterhalf. Die Vorteile einer solchen SIM-Karte sind auf jeden Fall, dass alle internationalen Apps ohne VPN verwendet werden können, sie vergleichsweise günstig ist und in mehreren Ländern funktioniert. Wenn man übrigens Hongkong oder Macao verlässt, muss unbedingt Roaming für die entsprechende SIM eingeschaltet sein.

SIM Karten für Roaming aus Hongkong
Roaming SIM-Karten für China aus Hongkong - Markus Müller

Andererseits ist natürlich die Frage, wie man den Vertrag im Zweifelsfall auflädt. 40 GB für 365 Tage sind natürlich etwas knapp. In den meisten Fällen gibt es wohl eine Möglichkeit zum Login, um weitere Daten zu kaufen. Hier würde ich aber vor dem Kauf noch einmal konkret nachfragen.

Eingang zu den Chungking Mansions in Hongkong
Eine berühmte Parallelwelt in Hongkong: Chungking Mansions - Markus Müller

Der beste Ort, um eine Roaming-SIM für China in Hongkong zu kaufen, sind übrigens die Chungking Mansions. Der 17-stöckige Gebäudekomplex an der Nathan Road beherbergt fast 130 Nationen und ist für seine Verkaufsstände bekannt. Dort einfach nachfragen und man findet das passende Produkt für Internet in China. In Macao haben wir die SIM dagegen bei der Ankunft am Hafen gekauft.

Roaming-SIM aus HK, Macao oder Taiwan zusammengefasst:

  • Vergleichsweise günstige Roaming-SIM
  • Roaming muss in der Volksrepublik China eingeschaltet sein
  • Kein VPN notwendig
  • Westliche Apps frei erreichbar
  • Bei Hongkong und Macao dennoch Kontrolle möglich
  • Datenvolumen für In- und Ausland beachten
  • Aufladen in China eventuell komplizierter
  • Anreise über Hongkong und Macao notwendig