Venezuela nach Maduro besuchen: Einreise planen und in Maracaibo ankommen


Veröffentlicht am 12. April 2026

Lateinamerika Reiseführer

Viele denken, dass die Einreise nach Venezuela nach der Entführung von Präsident Maduro am 3. Januar 2026 irgendwie schwieriger geworden ist. Für US-Amerikaner mag das (noch) stimmen, auch wenn sich derzeit einige Änderungen andeuten. Für die meisten Europäer ist die Einreise dagegen generell bis zu 90 Tage visumsfrei möglich. Um aktuell ins Land zu kommen, sollte man sich jedoch etwas vorbereiten. Ich habe es Mitte März 2026 ausprobiert und war mit den entsprechenden Papieren schnell im Land. Probleme gab es eher später.

Autor vor der venezolanischen Flagge auf einem Steg in Santa Rosa de Agua
Einreise nach Venezuela, erster Stopp Maracaibo - Markus Müller

Welche Grenze sollte man für die Einreise nach Venezuela wählen?

Generell sollte man für die Einreise nach Venezuela den Flughafen Caracas als Grenze wählen. Wer am Airport ankommt, wird den letzten Erfahrungen nach nicht allzu stark überprüft und kommt schnell hinein. Da ich jedoch bereits im Norden Kolumbiens war, wollte ich die Landgrenze zwischen Paraguachón und Guerrero nehmen. Die andere Option ist Cúcuta in Kolumbien, wo es mehrere Grenzübergänge gibt. Dieser Ort gilt als beliebte Standardroute von Bogotá kommend.

Grenze von Paraguachón als Screenshot bei Google Maps
Google Maps der Grenze in Paraguachón - Google Maps

Paraguachón, um das gleich zu klären, ist auch als La Raya bekannt. Wenn also Taxis oder Busse eine Fahrt nach La Raya anbieten, handelt es sich immer um den Grenzübergang. Er ist etwa 13 km oder 20 Minuten mit dem Auto von Maicao, der nächsten größeren Stadt in Kolumbien, entfernt.

Einreise nach Venezuela über Paraguachón und La Raya

Viele Reisende werden von Cartagena kommen und auf dem Weg z. B. in Santa Marta, Palomino oder Riohacha Halt machen. Die Fahrt hat es zeitmäßig in sich. Von Palomino brauchte ich bis zum Abend nach Maicao, bereits wissend, dass es in Venezuela eine Stunde später ist. Die Grenze soll angeblich um 18:00 Uhr venezolanischer Zeit schließen. Der Taxifahrer in Maicao beteuerte aber, dass man schon noch rüberkommt. Dasselbe sagten die beiden Fahrgäste, die mit mir unterwegs waren.

Eigentlich war es mein Plan, den ganzen Weg per Anhalter bis nach Maracaibo zu fahren. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wechselte ich aber auf Bus und Taxi. Ansonsten bleibt auf jeden Fall die Option, in Maicao zu übernachten und am nächsten Morgen die Grenze nach Venezuela zu überschreiten.

Was braucht man alles für die Einreise nach Venezuela?

Nachdem ich etwas nachgeforscht und Kontakte in Venezuela geknüpft hatte, buchte ich eine Reihe an Hotelübernachtungen. Diese sind sehr hilfreich für die Einreise nach Venezuela, aber auch für die Checkpoints im Land selbst. Eine Reservierung für mindestens vier Tage sollte in ausgedruckter Form vorliegen. Ich brachte vorsichtshalber Reservierungen für alle Tage in Venezuela als Print mit, außerdem noch meine Flugtickets von Caracas nach Medellín und von Bogotá nach Istanbul/Berlin.

Bild der gebuchten Flugverbindung von Bogotá nach Berlin
Flugtickets nach Europa - Markus Müller

Diese Dokumente haben tatsächlich Eindruck geschunden. Am Fenster der Einreisebehörde bat man mich, nach innen zu kommen, wo ich auf El Jefe, den Chef der Übergangsstelle, traf. Ich zeigte ihm direkt ein Dokument nach dem anderen und er stimmte ziemlich schnell zu. Er erzählte allen anderen, dass ich einen komplett durchorganisierten Plan habe, und ließ den Stempel ausstellen.

Ein- und Ausreisestempel von Venezuela und Kolumbien im deutschen Reisepass für März 2026
Venezolanische und kolumbianische Stempel - Markus Müller

Eine andere Tramperin, die ich später in Maracaibo kennenlernte, hatte dagegen mehr Probleme. Sie legte zwar ihre Reservierung vor, die Beamten wollten aber einen Zahlungsnachweis sehen. Am Ende zwangen sie die Beamten dazu, das Geld an das Hotel zu überweisen. Mit einem Trick (Überweisung des Betrags von einer Kreditkarte zur anderen) kam sie aber durch.

Diese 4 Dokumente und Infos sollte man bei der Einreise nach Venezuela dabei haben:

  1. Auf jeden Fall: Ausgedruckte Reservierung der ersten Übernachtung (mindestens 4 Tage)
  2. Am besten ausgedruckte Hotel-Reservierungen für alle anderen Tage (wirkt überzeugender)
  3. Ausgedrucktes Flugticket für die Rückreise ins Heimatland (vorteilhaft, wird aber nicht immer verlangt)
  4. Am besten ein ausgedrucktes Flugticket für die Ausreise aus Venezuela (nicht zwingend erforderlich, aber vorteilhaft)

Eingestempelt und somit eingereist musste ich zu einem Interview mit der SEBIN, also dem Geheimdienst. In einem separaten Büro wurden alle erdenklichen Daten aufgenommen und in einen WhatsApp-Chat geschickt. Ich musste Angaben zu Wohnort, E-Mail, sozialen Medien (Facebook, Instagram), meiner Arbeit, verheiratet/ledig und meinem Reisegrund (Tourismus/Turismo) machen. Letztlich wurden auch die Informationen zum ersten Hotel aufgenommen, zusammen mit einem Foto der Reservierung.

Flagge des Geheimdienstes SEBIN mit Vogelemblem auf blauem Grund
Flagge des venezolanischen Geheimdienstes - Public Domain - (CC0 1.0)

Mein Spanisch ist an und für sich ganz okay, wenn auch bei Weitem nicht perfekt. Etwas gebrochener als sonst herüberzukommen, schien aber geholfen zu haben. Zumindest lenkte das jeden möglichen Verdacht von dem ab, was der Geheimdienst hier alles andere als haben will: investigative Journalisten.

Am Ende der Geheimdienst-Befragung wurde ein Video von mir aufgenommen. Hier sollte ich auf Spanisch erklären, was ich im Land vorhabe, wer ich bin, wo ich wohne, wie alt ich bin und was mein Beruf ist. Auch diese Aufnahme wurde anschließend in eine WhatsApp-Gruppe verschickt.

Die ganze Befragung dauerte vielleicht eine halbe Stunde, war aber nicht unbedingt so gründlich wie von vielen anderen Reisenden in der Folge der Entführung von Nicolás Maduro am 3. Januar 2026 beschrieben. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Mitarbeiter auch ein paar Schwierigkeiten mit dem Eintippen hatte, schlichtweg also etwas langsam war.

Wichtig zu beachten in Paraguachón

Das Taxi von Maicao hat mich, aus welchem Grund auch immer, direkt am venezolanischen Grenzposten abgesetzt. Da die Flaggen ähnlich aussehen, ging ich davon aus, dass ich mich hier aus Kolumbien ausstempeln lassen würde. Die venezolanischen Beamten schauten mich ziemlich verwirrt an und lehnten mich direkt ab. Erst nach einer ganzen Weile bemerkte ich die Sterne auf der Flagge und verstand, dass ich nicht am kolumbianischen Posten war. Ich musste also knapp 100 Meter zurücklaufen und dort meine Ausreise durchführen.

So geht es nach der Einreise nach Venezuela weiter

Einen Taxifahrer am Grenzübergang fand ich eigentlich sehr nervig. Bei der Ankunft kamen gleich mehrere Personen zum Auto und wollten schon mein Gepäck, ohne zu fragen, aus dem Kofferraum nehmen. Eventuell war das auch der Grund, warum ich erstmal die Grenzposten verwechselte. Dass der neue Taxifahrer in La Raya mir bis zum venezolanischen Punkt nachlief, hatte mich fast noch in Probleme gebracht, weil er die ganze Zeit von einem anderen Zielort sprach als dem, der auf meiner Hotel-Reservierung stand. „No quiero ninguna ayuda”, also „ich will keine Hilfe”, hat am Ende geholfen, ihn abzuschütteln.

Ein parkender Oldtimer in Venezuela, der als Taxi fungiert
Oldtimer als Taxi in Venezuela - Markus Müller

Als ich aus der Befragung beim SEBIN kam, stand der Taxifahrer immer noch da, mittlerweile mit einem schon ziemlich vollen Oldtimer. Da es ziemlich dunkel war, ging ich auf das Angebot ein. Er wollte 20 US-Dollar für die Fahrt von La Raya nach Maracaibo, was auf Nachfrage bei Menschen vor Ort ein fairer Preis ist. Mit etwas Geduld kann man ihn wohl auf 15 US-Dollar herunterhandeln. 20 US-Dollar ist aber durchaus der Standard.

Von La Raya und Guarero nach Maracaibo

Die Fahrt mit dem Auto von La Raya nach Maracaibo dauert etwa 2 bis 3 Stunden. Die Zeiten können stark variieren, da man fast jede halbe Stunde durch einen Kontrollposten fährt und teilweise seine Dokumente vorzeigen muss. Seinen Pass griffbereit zu haben, ist also ziemlich schlau.

Selbst wurde ich von Polizisten und Militär kaum überprüft. Ein kurzer Blick in den Pass und alles war gut. Ich hatte etwas den Eindruck, dass Ausländer mit Einreisestempel als weitgehend geprüft erachtet und somit durchgewinkt werden.

Später musste ich das Gegenteil erfahren. Bei der anderen Tramperin wurde eine komplette Gepäckkontrolle durchgeführt, was etwa eine halbe Stunde dauerte. Das gleiche Schicksal sollte mich dann beim Trampen in Venezuela, von Maracaibo nach Caracas, an der Mautstation Jacinto Lara ereilen. Zusätzlich zur Gepäckkontrolle lasen sie aber auch meine persönlichen Postkarten durch, wollten Zugang zu meinem Telefon, drohten mir mit Verhaftung und ließen sich bestechen.

Ausreise aus Venezuela: ebenfalls kompliziert

Wer in der Post-Maduro-Ära die Einreise nach Venezuela und alle Checkpoints im Land überstanden hat, ist aber noch nicht ganz über den Berg. Bei der Ausreise warten weitere Befragungen. Zu meiner Überraschung wollten es mehrere Menschen ganz genau wissen. Das ging beim Check-in los. Dort musste ich erstmal ewig warten und wurde bereits kontrolliert, bevor ich zum Schalter durfte. Nicht umsonst empfehlen die Fluglinien, fünf Stunden vor dem Abflug da zu sein. Am Check-in wird dann bereits nachgebohrt, zunächst zur Frage der Ein- und Ausreise und vor allem zum Weiterflug nach Europa. Die Informationen wurden sehr lange bewertet und diskutiert.

Lange Schlangen vor dem Check-in am internationalen Terminal des Airports Caracas
Lange Warteschlangen für die Ausreise in Caracas - Markus Müller

Die Frau bei der Passkontrolle wollte über diesen Punkt ebenfalls informiert werden. Hier war es wieder gut, die letzten Reservierungen für Hotels und die Bestätigung des Rückflugs von Bogotá nach Europa dabei zu haben. Was passiert wäre, wenn ich kein Ticket von Kolumbien in die Türkei gehabt hätte, ist etwas unklar. Ich musste sogar aufzeigen, dass der Flug von Istanbul weiter nach Berlin und somit in mein Heimatland gehen würde.

Von anderen Reisenden hatte ich von dieser Regelung bereits gehört. Sie wurden vor allem im Januar und Februar 2026 bei der Einreise nach Margarita auf dieses Thema angesprochen. Warum sich die venezolanischen Behörden nun darum scheren, wie lange man im Nachbarland Kolumbien bleiben oder ob man in Südamerika weiterreisen will, scheint mir schleierhaft. Jedenfalls ist es gut, zumindest irgendeine Art von Dokument bei sich zu tragen. Die Flugverbindungen sollte es dabei auch in echt geben, weil zumindest der Check-in-Schalter online danach gesucht hat.

Schnelle Antworten (FAQs)

Welche Dokumente brauche ich für die Einreise nach Venezuela auf jeden Fall?

Auf jeden Fall brauchst du eine ausgedruckte Reservierung für das erste Hotel in Venezuela über mindestens vier Tage hinweg. Aus meinen Erfahrungen empfehle ich aber, für jeden Reisetag Reservierungen vorlegen zu können. Flugtickets sind ebenfalls hilfreich.

Sprechen die Beamten am Grenzübergang in Venezuela Englisch?

In den meisten Fällen sprechen die Beamten am Grenzübergang kein Englisch. Daher ist es wichtig, sich vorab einige Grundkenntnisse auf Spanisch anzueignen oder die Sprache für Google Translate herunterzuladen.

Kann ich auf dem Landweg nach Venezuela einreisen?

Ja, es ist kein Problem, über den Landweg nach Venezuela einzureisen. Hierfür sollte man aber wie bei der Einreise über einen Flughafen alle Dokumente, insbesondere Hotelreservierungen, ausgedruckt dabei haben.