Beste Sehenswürdigkeiten in Venezuela 2026: Meine Top-10
Im Frühjahr 2026 habe ich kurz nach der Entführung von Präsident Nicolás Maduro Venezuela besucht. Trotz der Ereignisse wenige Monate zuvor war es weitgehend ruhig, das Leben fühlte sich sicher an und abseits einiger Schwierigkeiten mit den bewaffneten Organen war es eine relativ leichte Reise.

Da die Reise nur zwei Wochen dauerte, musste ich eine gewisse Auswahl an Attraktionen treffen. Hier stelle ich meine Top 10 der besten Sehenswürdigkeiten in Venezuela vor, vom sozialistischen Barrio 23 de Enero bis zu den karibischen Stränden von Isla Margarita.
1. 23 de Enero
Bei vielen steht 23 de Enero in Caracas vielleicht nicht auf der Top-Liste der besten Sehenswürdigkeiten in Venezuela. Für mich ist dieses Barrio aber ein echtes Kleinod, in dem man die politische Geschichte der letzten Jahrzehnte gut verstehen kann. Was es zu sehen gibt: typische Barrio-Armenhäuser neben riesigen Wohnblöcken, die in den 1950er Jahren nach dem Vorbild des schweizerischen Architekten Le Corbusiers entstanden sind.

Irgendwann wurde 23 de Enero zu einem Zentrum der linken Bewegungen und zur politischen Festung der Chávez-Bewegung. Sein Mausoleum befindet sich sogar zwischen den Hochhäusern im Cuartel de la Montaña 4F. Geöffnet hat die Anlage von Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 16:00 Uhr. Man bekommt eine kostenlose Tour bis zum Sarkophag, kann um diesen herumlaufen, aber im Inneren leider keine Fotos knipsen. Reservierungen sind nicht erforderlich.

Je nach politischer Lage ist es relativ ruhig hier und man kann entspannt alles entdecken. Beeindruckend ist neben der modernistischen Architektur die Auswahl an Murals, meist mit antiimperialistischem Anstrich. Abgesehen von Chávez-Huldigungen sind großflächig Che Guevara, Bobby Sands aus Nordirland und Palästina vertreten. Das macht 23 de Enero zu einem Ort, der sehr stark an ähnliche Kommunen wie die Bogside in Derry erinnert.

Meinen Besuch im Barrio 23 de Enero habe ich ausführlicher in einem weiteren Artikel geschildert.
Öffnungszeiten Mausoleum Hugo Chávez: Di.-So. 09:00-16:00 Uhr
Eintritt: kostenlos
Webseite: https://hugochavez.ve/cuartel-4f-ofrece-visitas-guiadas/
2. Zentrum von Caracas mit Bellas Artes Museum und Brutalismus
Vielleicht würde man eher kolonialen Barock im Zentrum einer lateinamerikanischen Metropole erwarten. In Wirklichkeit gibt es in Caracas so weit man blickt Brutalismus pur. Seinen Ursprung hat der Baustil in Venezuela direkt bei Le Corbusier und wurde vor allem vom Architekten Carlos Raúl Villanueva ins Land gebracht. Wie z. B. andere Stadtplaner in Casablanca nutzte er Caracas als sein Laboratorium der Moderne und gestaltete u. a. die Universität, den Plaza Carabobo sowie das Kunstmuseum Bellas Artes.

Bellas Artes und der gesamte Komplex rundherum sind wirklich ein auffälliges Stück Architektur im Zentrum. Hier hat Villanueva brutalistische Strukturen mit neoklassizistischem Stil, z. B. in Form der Eingangssäulen, verbunden. Der Besuch im Museum selbst ist übrigens kostenlos. Gezeigt werden moderne und zeitgenössische Werke. Wer noch mehr am Puls der Zeit sein will, geht ins Museo de Arte Contemporaneo (MACC) mit internationalen Klassikern der Moderne und experimentelleren temporären Ausstellungen. Der Eintritt ist auch hier kostenlos.

Das Museum für Zeitgenössische Kunst Caracas befindet sich direkt am Parque-Central-Komplex und fügt sich mit seinen Betonklötzen in das brutalistische Umfeld ein. Geprägt ist dieses Areal von zwei Hochhäusern mit Glasfassaden, flankiert von schroffen hohen Wohnkomplexen mit abgeschrägtem Dach. Sie wurden in den 1970er Jahren erbaut und stehen mit all ihrer Rohheit extrem auffällig im Zentrum von Caracas.

Wer von hier aus dann den Parque de la Juventud und den Parque Carabobo überquert, kommt in ein schachbrettartig angeordnetes Straßengewirr mit meist hohen Fassaden. An denen prangt so manche politische Botschaft, im März 2026 natürlich vieles im Zusammenhang mit der Entführung von Präsident Maduro durch die USA.

Kulinarischer Tipp: Ein einzigartiges Gericht in Venezuela ist Cachapa, in klassischer Form ein dicker Pfannkuchen aus Maismehl, der mit Mano- oder Palmito-Käse im Inneren zusammengeklappt wird. Ergänzungen sind u. a. mit langsam gebackenem Schweinefleisch oder Rindfleisch möglich. Meine absolute Top-Adresse für dieses Essen im Zentrum von Caracas ist Doña Agapita. Hier kosten die Cachapas zwischen 8 und 12 USD (Stand: März 2026).

Öffnungszeiten Bella Artes: Di.-So- 10:00-16:00 Uhr
Eintritt: kostenlos
Webseite: https://www.instagram.com/museodebellasartes_ve/
Öffnungszeiten MACC: Do.-So. 10:00-16:00 Uhr
Eintritt: kostenlos
Webseite: https://www.instagram.com/museodeartecontemporaneo_ve/
3. Joropo Musik und Tanz erleben
Eher Zufall war, dass ich während eines Events zu Ehren der mittlerweile erkrankten Liedermacherin Cecilia Todd in Caracas war. Sie gilt als eine der Größen der traditionellen Musik Venezuelas. Mit ihren 75 Jahren wurde sie im Rollstuhl auf die Bühne getragen und durfte genauso wie ich im Quartal San Carlos, einem ehemaligen Kolonialgefängnis, verschiedenen Joropo-Performances lauschen.


Joropo ist in erster Linie ein Tanz, der jedoch von einer sehr bestimmten Auswahl an Instrumenten begleitet wird. Dazu gehören vor allem Mandolinen, Cuatro-Gitarren, Maracas und Harfen. Ähnlich wie der spanische Flamenco aus Granada wurden die Gesänge in erster Linie mündlich überliefert, wobei sie das Leben in den verschiedenen bäuerlich geprägten Regionen widerspiegeln.

Die dazu performten Tänze sind impulsiv, folgen aber auch gewissen Mustern. Sehr auffällig sind Mimik und Gestik beim Paartanzen. Die beiden Tanzenden blicken sich dabei tief in die Augen, flirten miteinander und, während die Männer kaum eine Miene verziehen, setzen die Frauen ein breites Lächeln auf, das während des ganzen Stücks nicht vom Gesicht weicht.
2025 wurde der Joropo in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Grund genug also, um bei einer Reise nach Venezuela gezielt nach entsprechenden Events zu suchen.
4. Grab von Simón Bolívar und nationales Pantheon
Simón Bolívar gilt als der Libertador, der Befreier eines großen Teils Lateinamerikas vom Joch der spanischen Kolonialherren, als eine Art George Washington im spanischsprachigen Raum. Er führte die Freiheitskämpfe im heutigen Venezuela, in Kolumbien, Panama und Ecuador an. Entsprechend wichtig ist sein Mythos als ursprünglicher Staatsgründer in diesen Ländern. In Venezuela ist der Hauptplatz jeder Stadt nach ihm benannt. Unter Hugo Chávez fand eine weitere Überhöhung seiner Person statt.
In Caracas kann man sowohl sein Geburtshaus als auch sein Grab besuchen. Letzteres hat sich zu einem imposanten Mausoleum entwickelt, das theoretisch als Pantheon aller wichtigen Figuren Venezuelas dienen soll, Simón Bolívar aber zum Fokus hat. Beigesetzt wurde er in einem Bronze-Sarkophag in der Kirche Santísima Trinidad, an die sich seit 2013 eine riesige Halle anschließt.

In Kirche und Halle werden zahlreiche Gemälde und Skulpturen ausgestellt, die sich mit dem Leben Bolívars, aber auch mit anderen Größen beschäftigen. Neben dem Libertador sind im Pantheon Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Cecilio Acosta, der indigene Rebell Apacuana, wichtige Offiziere aus dem Unabhängigkeitskampf wie José Francisco Bermúdez und Camelo Fernández sowie der ehemalige Präsident Rómulo Gallegos begraben. Nur Hugo Chávez fehlt – der hat ein eigenes Mausoleum in 23 de Enero bekommen.

Wer noch nicht genug von Simón Bolívar hat, kann übrigens in seinem Geburtshaus in unmittelbarer Nähe vorbeischauen. Auch dieses dient heute als Museum Casa Natal del Libertador und kann von Mittwoch bis Sonntag zwischen 09:00 und 16:00 Uhr besucht werden.
Öffnungszeiten Pantheon: Di.-So. 09:00-16:30 Uhr
Eintritt: kostenlos
Webseite: https://www.instagram.com/panteonymausoleo/
Öffnungszeiten Casa Natal del Libertador: Mi.-So. 09:00-16:00 Uhr
Eintritt: kostenlos
Webseite: https://cneh.gob.ve/museo-casa-natal-del-libertador/
5. Maracaibo
Maracaibo war für mich der erste Ort, den ich nach meiner Einreise über Paraguachón in Venezuela besuchte. Die zweitgrößte Stadt des Landes liegt an der kolumbianischen Grenze weit im Nordwesten und ist einer der wichtigsten Ölhäfen. Die meisten der Tanker verlassen Maracaibo über den riesigen See gleichen Namens, an dessen Ufer es auch einige idyllische Ferienorte gibt.

Ein toller Tipp ist es, in Maracaibo das Barrio Santa Rosa de Agua zu besuchen, in dem vor allem Mitglieder der indigenen Añú-Gruppe leben. Diese wohnen seit Jahrhunderten auf Pfahlbauten, was dem Land bei der Ankunft von Amerigo Vespucci auch seinen heutigen Namen einbrachte – Venezuela als ein kleines Venedig.

Heute ist das Barrio eher ein Armenhaus, auch wenn es schrittweise aufgewertet wird. Zunehmend räumt die Stadt auf und entfernt den Plastikmüll. Auf den Pfählen öffnen an sonnigen Tagen Terrassen-Restaurants, überwiegend mit Getränken, aber auch mit Essen. Auf Fischgerichte habe ich zugegebenermaßen verzichtet, vor allem wegen der Verschmutzung des Sees mit Öl und Plastikmüll.
Maracaibo selbst bietet abgesehen davon noch eine Reihe an anderen Attraktionen. Im Zentrum fällt auf, dass es jede Menge Kirchen gibt und die Heiligenfigur José Gregorio Hernández, ein Doktor der Armen, zu einer Art Stadtikone geworden ist. Lohnenswert ist ebenso ein Blick in das Haus der Kapitulation mit einem informativen Rundgang zur Unabhängigkeit Venezuelas auf Spanisch.

Kulinarischer Tipp: Was Maracaibo in Venezuela einzigartig macht, ist das Essen. Vor allem die Patacones hatten es mir hier angetan. Es handelt sich um flachgedrückte und frittierte Kochbananen, zwischen denen eine dicke Schicht Fleisch und Käse platziert wird. Auf Wunsch kann man diese Kombo fast unendlich erweitern.

6. Isla de Margarita
Isla Margarita gilt neben Los Roques als die Urlaubsinsel Venezuelas schlechthin. Das Eiland befindet sich etwa 5 Stunden mit dem Schiff von der Küste entfernt und begeistert mit wunderschönen Sandstränden sowie azurblauem Meer. Wer mit dem Flieger oder dem Schiff ankommt, wird erstmal Porlamar, die Hauptstadt, ansteuern. Hier sieht man vor allem Geschäfte und Militär. Der Plaza de Bolívar ist immerhin recht ansehnlich, aber sonst geht es für die meisten Feriengäste weiter in andere Ortschaften.

Pampatar bietet z. B. sehr viel bessere Möglichkeiten für Touristen. Die Strände sind etwas ruhiger, aber auch gut ausgestattet, mit Beach Bars, Jetski-Verleih und Bootstourenanbietern. Was mir hier persönlich gefallen hat, waren die Straßenkunstwerke. Street-Art an Wänden und Laternen gibt der Gemeinde einen coolen Hippie-Vibe.

Neben Pampatar kann man noch weitere kleinere Badeorte besuchen, z. B. El Yaque und Boca de Pozo. Von hier aus sind auch Wanderungen möglich. Spannende Ausflugsziele sind die Salinen bei Pampatar, die charmante Ortschaft von La Asunción im Inland und die Berge von Cerro El Copey.

Von Caracas gibt es mehrmals täglich Flüge nach Porlamar. Diese kosten vergleichsweise wenig. Die Preise bei Laser Airlines oder Avior beginnen bei etwa 50 Euro. Bei diesen Fluggesellschaften ist das Aufgabegepäck stets mit inbegriffen. Die Dauer des Fluges von Caracas aus beträgt etwa 50 Minuten.

Die andere Option zur Anreise nach Isla Margarita ist die Fähre von Puerto la Cruz oder Cumána. Es gibt eine ganze Reihe an Anbietern wie Gran Cacique, Navibus und Ahca. Dabei sind Routen am Morgen, nachmittags und sogar in der Nacht verfügbar. Die Überfahrt dauert etwa 5 Stunden und kostet knapp 30 US-Dollar. Mit internationalen Karten zu bezahlen, war hier teilweise schwierig.
7. Goldminenstädte Tumeremo und El Dorado
Von ein paar eigenartigen TikToks angefixt, stand für mich auf einmal zur Wahl: Orinoco und Goldgräberstädte oder die bezaubernde Insel Margarita. Ich entschied mich erstmal für ersteres und am Ende doch für beides. Was es auf den TikToks zu sehen gab, waren Menschen, die in Shops oder für ihren Kaffee mit Goldkrümeln bezahlten. Diese wurden abgewogen, eventuell zerkleinert und als Zahlungsmethode akzeptiert.
Sollte das wirklich funktionieren? Ich wollte den Versuch machen und buchte aufgrund der großen Entfernung kurzerhand einen Flug mit Avior nach Ciudad Guayana. Von dort waren es dann nochmal 6 Stunden mit dem Bus nach Tumeremo. Der bekannteste Goldgräberort El Dorado liegt nochmals 90 Minuten weiter im Dschungel.

Dort angekommen, fing das Suchen aber erstmal an. Zu meiner Überraschung wurde in Tumeremos Supermärkten nichts in Gold angegeben und Waagen konnte ich auch keine finden. Irgendwann fragte ich zumindest bei den Goldkäufer (am Compro-Oro-Schild zu erkennen) herum. Goldkrümel wollten sie aber keine abgeben und so rückte mein Plan in weite Ferne.

Immerhin konnte ich mit einigen Besitzern von Shops reden, die mir zumindest teilweise bestätigten, dass Menschen hier mit Gold bezahlen. Um das zu beobachten, sollte ich vielleicht mal bei den Metzgereien herumhängen, weil die für solche Transaktionen bekannt seien: „Biete Fleisch, kaufe Gold!”, stand dann auch vor einem der Geschäfte. Ähnlich war das bei einigen Friseuren der Fall.

Diese eigenartige Art der Bezahlung bekam ich am Ende doch nicht zu Gesicht. Mein Tipp ist es hier, direkt nach El Dorado zu reisen, dort zu übernachten und Kontakte mit den Hotelbesitzern für weitere Infos zu knüpfen. Sonst helfen auch einige der Goldgeschäfte weiter. Ich für meinen Teil trampte am Abend zurück nach Ciudad Guayana, nochmals 5 Stunden in einem leeren Bus auf Heimfahrt.

Anreise: von Ciudad Guayana 5-6 Stunden Bus oder 4-5 Stunden Auto
Kosten: 15 USD Bus, 40 USD Carro por Puesto (Sammeltaxi)
Abfahrt: Busbahnhof/Terminal Puerto Ordaz oder San Felipe
8. Colonia Tovar
Von Colonia Tovar habe ich leider etwas zu spät erfahren. Die deutsche Auswanderergemeinde, die sich hier in den Bergen der Andenausläufer angesiedelt hat, liegt nur knapp 90 Minuten von Caracas entfernt, ist also schnell erreicht. Die Vorfahren der heutigen Tovaren kamen bereits im 19. Jahrhundert – und zwar aus dem Schwarzwald, was im Vergleich zu anderen Siedlerbewegungen dieser Zeit etwas ungewöhnlich anmutet.

Ursprung der Colonia Tovar in Venezuela ist in erster Linie der Ort Kaiserstuhl. In der Neuen Welt angekommen wollten die Siedler ihre Heimat nachbauen und erschufen traditionelle Fachwerkhäuser. Bis heute spielen alemannische Traditionen eine wichtige Rolle, u. a. die Fastnacht mit ihren hölzernen Masken, ein Brauch, den man in Venezuela so gar nicht erwarten würde.
Daneben spielt die Musik in Colonia Tovar eine wichtige Rolle. Viele der älteren Personen spielen bis heute Akkordeon. Die Schwarzwälder Volksmusik hat sich über die Jahrhunderte aber mit einheimischen Elementen, insbesondere den Maracas verbunden. Eine wirklich unkonventionelle Kombination.
Ein großer Teil der Kultur ist mittlerweile Performance. Von den jüngeren Personen spricht kaum noch einer Alemannisch mit spanischem Twist. Dennoch wird mit den deutschen Wurzeln geworben. Selbst in Geschäften weit weg von der Kolonie lassen sich so bestimmte Butterkekse mit dem Siegel von Tovar finden.
9. Salto Ángel
Der höchste Wasserfall der Welt, fast einen Kilometer hoch – das will man eigentlich nicht verpassen. Das Problem ist eben nur, dass der Salto Ángel tief im Dschungel liegt und schwer erreichbar ist. Das macht den Besuch zu einem teuren Erlebnis. Die günstigste Option, von der ich gehört habe, war eine Reise für 500 USD, wohl ohne Flug, dafür aber mit Bootstour zum Naturwunder.

Die besten Deals sind die Gesamtpakete, bei denen auch die Übernachtung und das Essen inbegriffen sind. Für unvergessliche Perspektiven soll der Ausflug per Helikopter über den Wasserfall hinweg und nahe an ihn heran ein Muss sein – so man etwas Geld übrig hat.
Für mich hat sich diese Aktion nach reichlichem Überdenken nicht wirklich gelohnt. Natürlich ist der Salto Ángel beeindruckend, aber irgendwie habe ich in meinem Leben schon so viel Spektakuläres, vom Eisenerzzug in Mauretanien und den Fairy Meadows im pakistanischen Himalaya bis hin zu den historischen Stätten von Xi’an in China, gesehen, dass ich dieses Mal etwas auslassen konnte.
Wer die Gelegenheit/das Geld hat und/oder preiswert an einen Deal für Salto Ángel kommt, sollte trotzdem zuschlagen.
10. Los Roques
Der Archipel Los Roques ist ein weiteres Highlight, für das man etwas mehr Geld braucht. Die Inseln liegen weiter weg vom Festland, sind also nur mit dem Flieger (oder einem Segelboot) erreichbar; eine Fährverbindung gibt es nicht.

Zu sehen gibt es eine spektakuläre Karibikwelt, nicht zuletzt mit bunten Riffen. Es könnten also ähnlich gute Voraussetzungen zum Schnorcheln und Tauchen herrschen wie auf Ecuadors Galapagos-Inseln. Dabei ist der Archipel mittlerweile ziemlich gut ausgestattet. Was die Infrastruktur betrifft, gibt es etliche Hotels, Restaurants und Tourenanbieter.
Alternative: Die günstigere Variante zum Schnorcheln in Venezuela ist übrigens die Insel Tortuga, die sich näher am Festland befindet. Der Haken (oder der Vorteil) an der Sache ist nur, dass es keine Unterkünfte gibt und man sich komplett in der Natur befindet. Es heißt dann also, im Zelt übernachten und am nächsten Morgen hoffentlich fit für die Unterwasserwelt sein.
Wie ist die Lage in Venezuela 2026?
Grundsätzlich ist die Lage in Venezuela seit Frühjahr 2026 weitgehend stabil, vor allem, weil die Kriminalitätsrate enorm gesunken ist und durch den derzeit starken Druck der USA kaum mit offenen Repressionen zu rechnen ist. Dennoch sollte man gerade im Umgang mit den Behörden etwas vorsichtig sein. Drogenfahndung, SEBIN, Guardia Nacional und einfache Polizei haben es teilweise auf einen abgesehen, durchsuchen Gepäck und Telefone und wollen am Ende doch nur Bestechungsgeld, wie meine Erfahrung per Anhalter in Venezuela gezeigt hat.
Wie kann man 2026 nach Venezuela einreisen?
Am einfachsten erfolgt die Einreise nach Venezuela über den Flughafen Caracas, aber auch die Landgrenzen sind grundsätzlich offen. Es ist empfehlenswert, Papiere dabei zu haben, die gut durchgeplant aussehen und die Art des Aufenthalts (Tourismus) nachweisen. Ich hatte bei meiner Ankunft Hotelreservierungen für jeden Tag und Flugtickets aus dem Land in ausgedruckter Form dabei. Vor allem die erste Hotelreservierung für mindestens 4 Tage sollte ein Print sein. Genauere Infos gibt es in meinem Artikel zur Einreise nach Venezuela nach Maduros Entführung.